(K)ein rosa Winkel – Zur Situation der Haftgruppe „Homosexuelle“ im Lagerkomplex Flossenbürg
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Abstract
Die Vorstellung, Gefangene, die in den Konzentrationslagern den rosa Winkel tragen mussten, hätten am untersten Ende der Lagerhierarchie gestanden und wären wie kaum eine andere Gruppe von Gewalt und Mord betroffen gewesen, ist prägend für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser Haftgruppe. Der vorliegende Text ist der Versuch, den bisherigen Forschungsergebnissen weitere Facetten hinzuzufügen. Es ist der erste Aufsatz überhaupt, der sich dezidiert den Existenzbedingungen der Haftgruppe „Homosexuelle“ im Lagerkomplex Flossenbürg aus wissenschaftlicher Perspektive widmet und dabei die Flossenbürger Besonderheiten herausstreicht. Anders als beispielsweise in Sachsenhausen lassen sich für Flossenbürg keine gezielten Tötungen großer Teile dieser Gruppe nachweisen und auch in Bezug auf den Winkel entschied sich die SS in Flossenbürg, von der Dachauer Winkeltafel abzuweichen. Zusätzlich zeichnen sieben Biogramme die Haftwege von Gefangenen nach, die aus dem Lagerkomplex Flossenbürg, teilweise über Umwege, nach Mauthausen verschleppt wurden und machen deutlich, dass der Haftstatus „homosexuell“ sich durchaus verändern konnte.